Deutschlands Weihnachtsmärkte öffnen mit festlicher Stimmung und verschärften Sicherheitsmaßnahmen
Deutschlands Weihnachtsmärkte läuten die festliche Jahreszeit ein. Die jahrhundertealte Tradition lockt jedes Jahr Millionen Besucher an – doch angesichts vergangener Anschläge steht die Sicherheit erneut besonders im Fokus.

Am Montag öffnen in ganz Deutschland zahlreiche traditionelle Weihnachtsmärkte ihre Pforten. Besucher können sich auf festlich geschmückte Holzbuden, dampfenden Glühwein, gegrillte Würstchen, Kartoffelpuffer und karamellisierte Äpfel freuen.
Gleichzeitig wurden die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verstärkt. Die Erinnerungen an zwei tödliche Anschläge auf Weihnachtsmärkte sind in Deutschland noch immer präsent.
Weihnachtszauber in Berlin
In Berlin wurde der berühmte Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Montagmorgen mit einem Gottesdienst eröffnet. Auch die Weihnachtsmärkte am Roten Rathaus, am Gendarmenmarkt und am Schloss Charlottenburg starteten in die neue Saison.
Neben kulinarischen Spezialitäten bieten die Marktstände handgefertigte Kerzen, Wollmützen, Handschuhe und funkelnde Weihnachtssterne in unterschiedlichsten Formen und Farben an. Für Kinder gehören Kettenkarussells, Riesenräder und Eislaufbahnen zu den besonderen Attraktionen der festlichen Zeit.
Weihnachtsmärkte gehören seit dem Mittelalter zur deutschen Kultur. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Tradition weit über die Landesgrenzen hinaus verbreitet und begeistert heute Menschen in zahlreichen Ländern der Welt.
Sicherheit bleibt eine zentrale Herausforderung
Die Sicherheitslage beschäftigt die Veranstalter von Weihnachtsmärkten im ganzen Land. Die Anschläge der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig umfassende Schutzmaßnahmen für Besucher und Händler sind.
Am 20. Dezember des vergangenen Jahres kamen bei einem Fahrzeugangriff auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg fünf Frauen und ein Junge ums Leben. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Der Angriff dauerte etwas mehr als eine Minute. Der mutmaßliche Täter steht derzeit in Magdeburg vor Gericht.
Auch der Anschlag vom 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche ist unvergessen. Damals raste ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menschenmenge. 13 Menschen verloren ihr Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Der islamistische Täter wurde wenige Tage später bei einer Schießerei in Italien getötet.
Köln setzt auf festliche Atmosphäre und zusätzliche Schutzmaßnahmen
In Köln herrschte bereits am Samstag großer Andrang auf dem Weihnachtsmarkt vor dem berühmten Dom mit seinen markanten Doppeltürmen.
„Wir erleben hier eine sehr gute Atmosphäre. Deshalb haben wir das Gefühl, dass wir den Besuchern in diesen schwierigen Zeiten einen kleinen Moment der Erholung schenken können“, erklärte Birgit Grothues, Sprecherin des Weihnachtsmarktes. Unter dem festlich beleuchteten Zeltdach sehe man viele lächelnde Gesichter.
Trotz der positiven Stimmung bleibt die Sicherheit ein wichtiges Thema. Nach dem Anschlag von Magdeburg entwickelte die Stadt Köln in enger Zusammenarbeit mit der Polizei ein spezielles Sicherheitskonzept für ihre Weihnachtsmärkte.
Zu den Maßnahmen gehören zusätzliche Barrieren zum Schutz vor terroristischen Angriffen sowie der Einsatz privater Sicherheitskräfte. Damit soll sichergestellt werden, dass die Besucher die vorweihnachtliche Atmosphäre möglichst unbeschwert genießen können.
Festliche Lichter, traditionelle Spezialitäten und liebevoll gestaltete Marktstände machen die deutschen Weihnachtsmärkte auch in diesem Jahr zu beliebten Treffpunkten. Gleichzeitig zeigt sich, dass Weihnachtszauber und umfassende Sicherheitsvorkehrungen heute untrennbar zusammengehören.